Was sind Sintersteinplatten? Herstellung, Eigenschaften und Anwendungsbereiche
Was sind Sintersteinplatten? Herstellung, Eigenschaften und Anwendungsbereiche
Einleitung: Warum Sintersteinplatten heute wichtig sind
Sintersteinplatten haben sich rasant zu einem der meistdiskutierten Oberflächenmaterialien in der modernen Architektur und Innenarchitektur entwickelt. Von großflächigen Gewerbeprojekten bis hin zu exklusiven Wohnküchen – Architekten und Bauherren setzen aufgrund ihrer Langlebigkeit, Gleichmäßigkeit und technischen Eigenschaften immer häufiger auf Sinterstein.
Doch was genau ist Sinterstein? Wie wird er hergestellt, welche Eigenschaften unterscheiden ihn von Naturstein oder Quarz, und wo kommt er am besten zum Einsatz?
Dieser Leitfaden beantwortet diese Fragen ausführlich. Er richtet sich an Fachleute – Architekten, Designer, Bauträger und Importeure –, die ein klares und technisch präzises Verständnis von Sintersteinplatten benötigen, bevor sie diese spezifizieren oder beschaffen.
Was sind Sintersteinplatten?
Sintersteinplatten sind industriell gefertigte Oberflächenmaterialien, die durch Komprimieren und Erhitzen natürlicher Rohstoffe – wie Mineralien, Tone, Feldspat und Siliziumdioxid – unter extremen Bedingungen hergestellt werden. Das Verfahren ahmt die natürliche geologische Entstehung von Gestein nach, beschleunigt sie jedoch von Tausenden von Jahren auf wenige Stunden.
Das Ergebnis ist eine dichte, porenfreie Platte mit sehr gleichmäßigen physikalischen Eigenschaften. Im Gegensatz zu Naturstein enthält Sinterstein keine Harze oder organischen Bindemittel. Anders als Quarzoberflächen ist er hinsichtlich Festigkeit und Aussehen nicht auf einen Polymeranteil angewiesen.
In der Praxis sind Sintersteinplatten so konzipiert, dass sie in anspruchsvollen Umgebungen zuverlässig funktionieren, in denen Hitzebeständigkeit, UV-Stabilität und geringer Wartungsaufwand unerlässlich sind.
Wie Sintersteinplatten hergestellt werden
Das Verständnis des Herstellungsprozesses ist der Schlüssel zum Verständnis dafür, warum Sinterstein die Eigenschaften aufweist, die er aufweist.
1. Auswahl der Rohstoffe
Der Prozess beginnt mit sorgfältig ausgewählten natürlichen Mineralien. Diese Materialien werden aufgrund ihrer Reinheit, gleichmäßigen Partikelgröße und chemischen Stabilität ausgewählt. Zu den gängigen Bestandteilen gehören:
Siliziumdioxid- und Quarzmineralien für die Härte
Feldspat zur Verglasung
Natürliche Tone für strukturelle Kohäsion
Mineraloxide für Farbe und Aderung
Das Fehlen von Harzen oder petrochemischen Bindemitteln ist ein charakteristisches Merkmal von Sinterstein.
2. Mikronisierung und Vermischung
Die Rohstoffe werden zu ultrafeinen Partikeln (oft unter 50 Mikrometern) vermahlen. Diese Mikronisierung ermöglicht eine extrem gleichmäßige Vermischung und trägt zur Dichte und mechanischen Festigkeit der fertigen Platte bei.
Pigmente und Gestaltungselemente – wie zum Beispiel Marmor-ähnliche Adern – werden in dieser Phase mithilfe kontrollierter digitaler oder Schichttechniken eingebracht.
3. Hochdruckverdichtung
Das Mischmaterial wird unter einem Druck von über 30.000 Tonnen verdichtet. Dadurch werden innere Lufteinschlüsse entfernt und eine dicht gepackte Struktur erzeugt, die deutlich dichter ist als die meisten Natursteine.
4. Sintern bei extremen Temperaturen
Die verdichtete Platte wird in einem Ofen bei Temperaturen über 1200 °C gebrannt. Beim Sintern verschmelzen die Partikel auf molekularer Ebene, ohne vollständig zu schmelzen. Dieser Verglasungsprozess erzeugt außergewöhnliche Härte, thermische Stabilität und chemische Beständigkeit.
5. Endbearbeitung und Kalibrierung
Nach dem Brennen werden die Platten auf Dicke und Ebenheit kalibriert und anschließend gemäß Spezifikation weiterbearbeitet:
Poliert
Matt / geschliffen
Texturiert oder strukturiert
Qualitätskontrollierte Hersteller prüfen die Platten vor der Markteinführung auch auf Wasseraufnahme, Biegefestigkeit und Oberflächenbeständigkeit.
Wichtigste Eigenschaften von Sintersteinplatten
Die Leistungsmerkmale von Sinterstein sind der Grund, warum er in professionellen Projekten immer häufiger eingesetzt wird.
Nicht poröse Oberfläche
Sintersteinplatten weisen typischerweise eine Wasseraufnahmerate von unter 0,1 % auf. Dadurch sind sie resistent gegen Flecken, Schimmel und Bakterienwachstum – ein wichtiger Aspekt für Küchen, Badezimmer und Gesundheitseinrichtungen.
Hitze- und Feuerbeständigkeit
Da Sintersteinplatten keine Harze enthalten, sind sie von Natur aus hitzebeständig. Heißes Kochgeschirr kann ohne Temperaturschock direkt auf die Oberfläche gestellt werden. Viele Produkte gelten zudem als nicht brennbar und eignen sich daher für feuerempfindliche Bereiche.
UV-Stabilität
Im Gegensatz zu Quarz oder einigen Natursteinen verblasst oder vergilbt Sinterstein auch bei längerer UV-Strahlung nicht. Diese Eigenschaft ermöglicht eine gleichbleibende Farbwiedergabe sowohl im Außenbereich als auch in sonnendurchfluteten Innenräumen.
Mechanische Festigkeit
Die hohe Dichte und die kontrollierte Mikrostruktur verleihen Sinterstein eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Kratzer, Abrieb und Stöße. Obwohl er nicht unzerstörbar ist, bewährt er sich zuverlässig in stark frequentierten gewerblichen Umgebungen.
Chemische Beständigkeit
Sinterstein ist beständig gegen Säuren, Laugen und gängige Haushaltschemikalien. Daher eignet er sich für Laborarbeitsplatten, Lebensmittelzubereitungsbereiche und Gastronomiebetriebe.
Sinterstein im Vergleich zu anderen Oberflächenmaterialien
Sinterstein vs. Naturstein
Naturstein bietet eine einzigartige Maserung und geologische Beschaffenheit, bringt aber auch Schwankungen und Pflegeaufwand mit sich. Porosität, Risse und Chargenunterschiede können auftreten.
stellen Herausforderungen für große Projekte dar.
Sinterstein bietet folgende Eigenschaften:
Vorhersehbare Leistung
Einheitliche Farb- und Musterkontrolle
Minimaler Wartungsaufwand
Keine Dichtungsanforderungen
Sinterstein vs. Quarzoberflächen
Quarzoberflächen enthalten typischerweise 5–10 % Polymerharze. Diese Harze sind zwar langlebig, schränken aber die Hitzebeständigkeit und UV-Stabilität ein.
Die anorganische Zusammensetzung von Sinterstein ermöglicht es ihm, Quarz in folgenden Punkten zu übertreffen:
Hochtemperaturumgebungen
Außeninstallationen
Langzeit-Farbstabilität
Häufige Anwendungsbereiche von Sintersteinplatten
Die Vielseitigkeit von Sinterstein ist einer seiner größten Vorteile.
Küchenarbeitsplatten
Die Kombination aus Hitzebeständigkeit, Hygiene und Kratzfestigkeit macht Sinterstein ideal für moderne Küchen – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.
Badezimmermöbel und Wände
Die geringe Wasseraufnahme und die Beständigkeit gegenüber Reinigungsmitteln machen Sinterstein zu einer zuverlässigen Wahl für Nassbereiche.
Großformatige Bodenbeläge und Wandverkleidungen
Große Plattenformate reduzieren Fugen und erzeugen nahtlose optische Effekte in Hotels, Einzelhandelsflächen und Bürogebäuden.
Außenfassaden und Außennutzung
UV-Beständigkeit, Frostbeständigkeit und Farbstabilität ermöglichen es Sinterstein, in Außenbereichen eingesetzt zu werden, in denen viele andere Werkstoffe versagen.
Gewerbe- und öffentliche Räume
Flughäfen, Einkaufszentren und Krankenhäuser profitieren von der Langlebigkeit, Hygiene und langfristigen Kosteneffizienz von Sinterstein.
Dicke, Größen und Oberflächen erklärt
Sintersteinplatten sind in verschiedenen Stärken erhältlich, um unterschiedlichen Anwendungsbereichen gerecht zu werden:
6 mm:Wandverkleidungen, Möbelpaneele
12 mm:Arbeitsplatten, Waschtische, stark beanspruchte Oberflächen
20 mm+:strukturelle oder Premium-Anwendungen
Großformatige Platten erreichen oft Abmessungen wie 3200×1600mm und ermöglichen so großflächige Oberflächen mit minimalen Fugen.
Die Oberflächen reichen von hochglanzpolierten Oberflächen bis hin zu matten und strukturierten Oberflächen, die die Rutschfestigkeit verbessern oder die Textur von Naturstein imitieren sollen.
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Sinterstein wird häufig als nachhaltiges Oberflächenmaterial positioniert. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:
Nutzung reichlich vorhandener natürlicher Mineralien
Fehlen petrochemischer Harze
Lange Lebensdauer reduziert die Austauschhäufigkeit
Kompatibilität mit Zertifizierungen für nachhaltiges Bauen
Für Projektteams, die den Fokus auf die Lebenszyklusleistung und nicht auf kurzfristige Kosten legen, kann Sinterstein zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen.
Wie man es spezifiziert Sintersteinplatten Korrekt
Bei der Auswahl von Sinterstein für ein Projekt sollten Fachleute Folgendes berücksichtigen:
Verwendungszweck und Dicke
Anforderungen an die Rutschfestigkeit
Kantenbearbeitungs- und Fertigungsmöglichkeiten
Qualitätsstandards des Herstellers
Konsistenz zwischen den Chargen
Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Herstellern gewährleistet, dass die Platten sowohl ästhetischen als auch technischen Ansprüchen gerecht werden.
Fazit: Warum Sinterstein eine langfristige Oberflächenlösung ist
Sintersteinplatten sind kein trendgetriebenes Material – sie sind die Antwort auf moderne Leistungsanforderungen. Ihre Kombination aus Langlebigkeit, Stabilität und gestalterischer Flexibilität macht sie für ein breites Spektrum architektonischer Anwendungen geeignet.
Für Architekten, Bauträger und Planer, die zuverlässige, pflegeleichte Oberflächen mit gleichbleibender Qualität suchen, stellt Sinterstein eine ausgereifte und zukunftssichere Lösung dar.
Da die Fertigungstechnologie ständig Fortschritte macht, werden Sintersteinplatten voraussichtlich eine noch größere Rolle im gewerblichen und privaten Design weltweit spielen.




